Trotz Corona aktiver SPD-Ortsverein Friesen

Bundestagskandidatin Ramona Brehm

15. September 2021

Friesen. Egon Becker als Vorsitzender und Stadträtin Marina Schmitt als seine Stellvertreterin werden auch in den kommenden Jahren an der Spitze des SPD-Ortsvereins Friesen stehen. Das ergaben die Neuwahlen bei der Jahreshauptversammlung, in deren Verlauf sich auch SPD-Bundestagskandidatin Ramona Brehm vorstellte. Als ihre primären politischen Ziele nannte sie den sozialen Wohnungsbau, die Erhöhung des Mindestlohnes und die Stärkung des Handwerks.

Eingangs erinnerten 1. Vorsitzender Egon Becker und Schriftführerin Sylvia Bartelmeß an die Aktivitäten der vergangenen beiden Jahre, die trotz der Corona-bedingten Einschränkungen durchgeführt werden konnten. Dazu zählten die Tagesfahrt und die Pflanzentauschbörse, die auch heuer wieder am 25. September in Glosberg stattfinden soll.

Stadträtin Marina Schmitt berichtete ausführlich über die Geschehnisse auf Kreis- und Stadtebene, wobei sie sich sehr über die Aufwertung Kronachs zur Hochschulstadt freute. Sie forderte aber auch, dass den immer wiederkehrenden publikumswirksamen Versprechungen nun endlich auch spürbar Taten folgen müssen. In den Mittelpunkt ihrer Ausführungen stellte sie die Errichtung bezahlbarer Wohnungen im Stadtgebiet, die weit über den möglichen Rückkauf der KWG hinausgehen müsse, denn dadurch werde keine einzige neue Sozialwohnung entstehen. Auch das geplante sogenannte „Flößerquartier“ in Friesen habe absolut nichts mit sozialem Wohnungsbau zu tun, sondern sei das Projekt eines privaten Investors.

Kritik an geplanter Wohnanlage "Flößerquartier

Großes Verständnis zeigte sie für die Einwände zahlreicher Anwohner aus der St. Georgs-Straße, dem Flößerweg und der Franz-Ott-Straße, die sich in einer Unterschriftenaktion unter anderem gegen die geplanten Dimensionen der Anlage mit 30 Wohneinheiten in drei Wohnblocks aussprachen. Dies sah auch Stadtplaner Daniel Gerber so, ebenso wie die große Mehrheit des Bauausschusses, der die Bebauung in dieser Größenordnung mit großer Mehrheit abgelehnt hatte. Eine notwendige Nachbesserung der Planung und eine Verringerung der Wohneinheiten hätte wohl auch zu höheren Kosten und einer geringeren Rentabilität beigetragen - wohl der Grund dafür, weshalb der Bauträger ursprünglich rigoros jede Änderung verweigert hatte. Der Beschluss wurde allerdings mit Stimmengleichheit in einer rasch anberaumten Stadtratssitzung gekippt, weil der CSU-Fraktionsvorsitzende für einen Großteil seiner Stadträte einen Nachbesserungsantrag gestellt hatte. Dabei stimmten auch zwei Mitglieder des Bauausschusses gegen ihre eigene ursprüngliche Entscheidung. „Vermutlich wäre das ganz anders ausgegangen, wenn nicht nur ich selbst, sondern auch ein weiterer Stadtrat wegen lang geplanter Auslandsaufenthalte nicht verhindert gewesen wären. Sowohl mein Kollege, als auch ich, hätten gegen diese überdimensionierte Bebauung gestimmt,“ bedauerte Marina Schmitt. Dabei habe sie in keiner Weise etwas gegen die Verschönerung einer Brach- und Lagerfläche und die grundsätzlich begrüßenswerte Schließung einer Baulücke, sondern einzig und allein gegen die Bauweise, die weder dem dörflichen Charakter, noch der Ortsbildverbesserung im Sinne einer gelungenen Dorferneuerung entspreche, wie es ausdrücklich auch Stadtplaner Gerber kritisiert hatte.

„Starenkästen“ eine Ortsverschönerung?

Bebauung ja - aber um jeden Preis? In einer lebhaften Diskussion verneinten diese Frage auch übereinstimmend die Mitglieder des Ortsvereins, zu denen auch Baufachleute gehörten. Einig war man sich, dass die geplante Bauweise der „Starenkästen“ mit Flachdächern und vielen Fertiggaragen keineswegs dem dörflichen Charakter der umliegenden Bebauung am Ortsrand gerecht werde und die gelungenen Dorferneuerungsmaßnahmen in der näheren Umgebung konterkariere. Unter anderem kam auch eine absehbare deutliche Erhöhung des Verkehrsaufkommens in der Nachbarschaft mit sehr engen Straßen zur Sprache. Man müsse davon ausgehen, dass mit einem Zuwachs von mindestens 50 Fahrzeugen durch die Bewohner der neuen Wohnanlage und zusätzlich einem hohen Besucher- und Lieferverkehr gerechnet werden müsse. Insgesamt war man der Meinung, dass eine grundlegende und mehr als leichte kosmetische Überarbeitung der Pläne dringend erforderlich sei.

Das jüngste Mitglied Romina Restivo mit Stadträtin Marina Schmitt und 1. Vorsitzenden Egon Becker

Im weiteren Verlauf der Jahreshauptversammlung konnte Stadträtin Marina Schmitt dem jüngsten Mitglied, der 17-jährigen Romina Restivo, das Parteibuch übergeben und ihr zur Wahl als Beisitzerin herzlich gratulieren.

Neuwahlen der Vorstandschaft

Geringfügige Veränderungen gab es bei der Neuwahl der Vorstandschaft: 1. Vorsitzender Egon Becker, Stellvertretende Vorsitzende Marina Schmitt, Kassierer Mario Migenda, Schriftführerin Sylvia Bartelmeß, Beisitzerinnen und Beisitzer Elisabeth Fehn, Romina Restivo, Nicole Rosin und Klaus Stengl. Revisoren sind Andreas Rosin und Michael Stengl. Als Delegierte vertreten den Ortsverein bei Kreiskonferenzen Egon Becker und Evelyn Schmitt und bei Unterbezirkskonferenzen Egon Becker und Marina Schmitt. Ersatzdelegierte sind jeweils Elisabeth Fehn und Michael Stengl.

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